Rheingau Musik Festival (Wein und Musik) ist eines der Weinfeste, die den Rheingauer Jahreskalender prägen und jedes Jahr sowohl lokale Besucher als auch internationale Weinreisende anziehen. Es findet an verschiedenen Veranstaltungsorten im Rheingau statt (Kloster Eberbach in Johannisberg, im Herzen eines der markantesten Weinanbaugebiete Deutschlands). Das Festival gibt es seit 1988 und erreicht 2026 seine 39. Ausgabe, womit es auf eine der längsten Traditionen unter Weinevents dieser Art zurückblickt.
Das Rheingau Musik Festival verbindet klassische Musik mit den spektakulärsten Spielstätten des Rheingauer Weinbaugebiets. Das Sommerprogramm umfasst rund 150 Konzerte im Kloster Eberbach (der Zisterzienserabtei aus dem 12. Jahrhundert, bekannt als Drehort für „Der Name der Rose“), im Schloss Johannisberg, Schloss Vollrads, Schloss Reinhartshausen und vielen kleineren Weingütern im Rheingau. Die meisten Konzerte beinhalten Weinproben-Elemente, bei denen die teilnehmenden Weingüter vor den Aufführungen ihre Rieslinge ausschenken. Das Festival hat Künstler wie Anne-Sophie Mutter, Jonas Kaufmann, Nigel Kennedy und die großen europäischen Sinfonieorchester beherbergt. Weinfeste in ganz Europa kombinieren typischerweise Verkostungen der Erzeuger mit Speisenbegleitung, Live-Musik und einem starken Ortsbezug. Besucher können Weine einer Reihe von Erzeugern der Appellation erwarten, sowie Essensstände mit regionalen Spezialitäten, Meisterkurse oder Weinbergswanderungen für alle, die mehr erfahren möchten, und die Möglichkeit, direkt bei den Erzeugern zu Kellerpreisen zu kaufen. Viele Veranstaltungen erstrecken sich über mehrere Tage oder Wochenenden, sodass Besucher je nach Interesse verschiedene Programmteile erkunden können, und lassen sich gut mit dem breiteren touristischen Angebot der Region verbinden. Die Veranstaltung wird vom Rheingau Musik Festival e.V. organisiert, der jedes Jahr den Ton und die Richtung des Programms vorgibt.
Der Rheingau ist eines der kleinsten Weinanbaugebiete Deutschlands, aber auch eines der renommiertesten – nur rund 3.000 Hektar, aber mit einem Ruf für erstklassigen Riesling und Spätburgunder. Die Region liegt an Südhängen entlang eines 30 km langen Abschnitts, wo der Rhein zwischen Wiesbaden und Rüdesheim nach Westen abbiegt. Riesling macht etwa 78 % der Bepflanzung aus, Spätburgunder konzentriert sich auf die Gegend um Assmannshausen. Der Rheingau war Vorreiter der Klassifikation „Erstes Gewächs“ und beherbergt das Geisenheimer Institut für Weinbau, eines der weltweit führenden Weinforschungszentren.
Die Ausgabe 2026 ist für den 27. Juni bis 30. August 2026 geplant. Der Zugang zum Festival ist ticketpflichtig: Konzertkarten kosten in der Regel 30–90 €. Das vollständige Programm, der Ticketverkauf und aktuelle Informationen werden auf der offiziellen Website unter https://www.rheingau-musik-festival.de veröffentlicht. Besuchern wird empfohlen, sich direkt beim Veranstalter über den aktuellen Spielplan zu informieren, da Festivalprogramme manchmal kurzfristig aktualisiert werden.
Der Rheingau ist über den Flughafen Frankfurt (nur 30 Minuten entfernt) erreichbar, mit Wiesbaden, Eltville, Oestrich-Winkel und Rüdesheim als wichtigsten Weintourismus-Städten. Der Rheinsteig-Wanderweg folgt dem Fluss entlang der Rheingauer Hügel, und an den Rheingauer Riesling-Routen-Sonntagen wird die Straße für Autos gesperrt und für Fahrräder und Fußgänger geöffnet. Die hessische Küche kombiniert die Weine mit Frankfurter Würstchen, Handkäs mit Musik, Grüner Soße, Spundekäs und dem regionalen Apfelwein, wobei Riesling besonders gut zu Rhein-Fisch passt.