Martiniloben ist eines der Weinfeste, die den burgenländischen Jahreskalender verankern und jedes Jahr sowohl lokale Besucher als auch internationale Weinreisende anziehen. Es findet an verschiedenen Orten rund um den Neusiedlersee im Burgenland statt, im Herzen eines der charakteristischsten Weinanbaugebiete Österreichs. Es ist eine jährliche Veranstaltung mit einem etablierten lokalen Publikum und einem festen Platz im regionalen Kalender.
Traditionelles Weinfest rund um den Martinstag. Winzer öffnen ihre Keller, um den neuen Jahrgang zu präsentieren. Offene Kellerwochenenden sind für viele Besucher der Einstieg in den Weintourismus und bieten direkten Zugang zu Produzenten, die sonst ohne vorherige Absprache schwer zu besuchen sind. Die meisten teilnehmenden Weingüter bieten kostenlose oder günstige Verkostungen an, mit optionalen kostenpflichtigen Meisterkursen, Weinbergswanderungen und Speisenbegleitungen. Die Atmosphäre ist informell, und der Fokus liegt auf dem direkten Kontakt mit dem Erzeuger, nicht auf groß angelegten inszenierten Veranstaltungen. Besucher planen in der Regel eine Route mit 3–5 Weingütern an einem Tag und kombinieren Kellerbesuche oft mit Stationen in lokalen Restaurants oder Lebensmittelproduzenten in derselben Gegend. Die Veranstaltung dient sowohl als kommerzielle Gelegenheit für die Weingüter als auch als gemeinschaftliches Fest, das Jahr für Jahr wiederkehrende Besucher anzieht. Organisiert wird die Veranstaltung von den burgenländischen Weinbaugemeinschaften, die jedes Jahr den Ton und die Richtung des Programms vorgeben.
Das Burgenland ist das Rotwein-Herzland Österreichs, liegt entlang der ungarischen Grenze und profitiert von einem pannonischen Klima, das wärmer und trockener ist als im Rest des Landes. Die Region produziert die am häufigsten angebauten einheimischen Rotweinsorten Österreichs – Blaufränkisch (die Signature-Rebe der Region, insbesondere in den DACs Mittelburgenland und Eisenberg), Zweigelt, St. Laurent – sowie herausragende Süßweine vom Neusiedlersee, wo die morgendlichen Nebel des Sees ideale Bedingungen für Botrytis-Weine schaffen. Ruster Ausbruch und die Trockenbeerenauslese-Süßweine des Seewinkels sind von Weltklasse. Bekannte Produzenten sind Kracher (der verstorbene Alois Kracher revolutionierte den österreichischen Süßwein), Gernot Heinrich, Moric, Triebaumer, Feiler-Artinger und Velich.
Die Ausgabe 2026 ist für den 6.–8. November 2026 geplant. Die Kosten sollten am besten vor der Reise direkt mit dem Veranstalter abgeklärt werden. Das vollständige Programm, der Ticketverkauf und aktualisierte Informationen werden auf der offiziellen Website burgenland.info veröffentlicht. Besuchern wird empfohlen, sich direkt beim Veranstalter über den aktuellen Zeitplan zu informieren, da die Festivalprogramme manchmal kurz vor dem Veranstaltungsdatum aktualisiert werden.
Das Burgenland ist über den Flughafen Wien erreichbar (ca. 90 Minuten mit dem Auto oder Zug), mit Eisenstadt als Landeshauptstadt. Rust am Neusiedlersee ist die meistbesuchte Weintourismus-Stadt und Heimat der Ruster Ausbruch-Süßwein-Tradition. Weitere wichtige Basen sind Mörbisch, Illmitz (in der Seewinkel-Zone östlich des Sees) und Deutschkreutz im Mittelburgenland. Die burgenländische Küche kombiniert die Weine mit pannonischen Spezialitäten: Esterházy Rostbraten, Kürbisschnitzel, die berühmten Gänsegerichte des Seewinkels, paprika-geprägte Fischsuppen vom Neusiedlersee, die Buschenschank-Aufschnittwaren der Region und die berühmten Esterhazy- und Mannerschnitten-Gebäcke.